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Power BI: Kläre diese fünf Dinge vor dem ersten Dashboard

Cloud Solution GmbH
Fünf präzise ausgerichtete Messkörper als Grundlage für aussagekräftige Kennzahlen.

Bevor du ein Power-BI-Dashboard bauen lässt, kläre fünf Dinge: die Entscheidung, die Definition der Kennzahl, ihre Datenquelle, den benötigten Aktualisierungsstand und die verantwortliche Person. Fehlt einer dieser Punkte, kann ein sauber gestalteter Bericht trotzdem die falsche Antwort liefern.

Unsere Empfehlung: Beginne mit einer wiederkehrenden Entscheidung und wenigen dafür notwendigen Kennzahlen. Der erste Bericht sollte eine konkrete Besprechung oder Aufgabe verbessern. Eine Sammlung aller verfügbaren Zahlen ist dafür meist kein guter Startauftrag.

Power BI kann Daten verbinden, auswerten und als Berichte bereitstellen. Die Plattform ist auch in Microsoft Fabric eingebunden. Welche Komponenten ihr braucht, hängt von der Umsetzung ab. Die Microsoft-Übersicht erklärt Power BI und seine Bestandteile.

1. Welche Entscheidung soll sich ändern?

«Wir möchten mehr Transparenz» klingt plausibel, lässt aber viele Auslegungen zu. Ein konkreterer Auftrag wäre: Die Einsatzplanung soll erkennen, bei welchen Aufträgen Kapazität und Liefertermin nicht mehr zusammenpassen. Oder die Geschäftsleitung soll sehen, bei welchen Projektarten regelmässig Nacharbeit entsteht.

Formuliere zu jeder Kennzahl einen Satz: Wenn wir diese Entwicklung sehen, prüfen oder ändern wir Folgendes. Wenn niemand diesen Satz ergänzen kann, würden wir die Kennzahl vorerst zurückstellen.

Das bedeutet nicht, dass jede Zahl sofort eine automatische Entscheidung auslösen soll. Manche Werte sollen eine Untersuchung anstossen. Dann muss der Bericht zeigen, welche Fälle hinter einer Abweichung liegen und wer ihnen nachgeht.

2. Was zählt genau mit?

Nehmen wir einen hypothetischen Dienstleistungsbetrieb. Er möchte wissen, wie viele Aufträge verspätet abgeschlossen werden. Die Geschäftsleitung meint damit das ursprüngliche Kundendatum. Die Einsatzplanung verwendet den zuletzt angepassten Termin. Die Administration betrachtet das Rechnungsdatum. Das ist ein erfundenes Beispiel, aber ein leicht nachvollziehbarer Definitionskonflikt.

Alle drei Auswertungen können rechnerisch korrekt sein. Sie beantworten nur unterschiedliche Fragen. Wenn du diese Unterscheidung erst nach dem Bau entdeckst, diskutiert ihr über das Dashboard, obwohl die eigentliche Unklarheit im Begriff «verspätet» steckt.

Für den ersten Bericht könnten wir vereinbaren: Ein Auftrag gilt als verspätet, wenn sein dokumentiertes Abschlussdatum nach dem bei Auftragsbestätigung festgehaltenen Kundentermin liegt. Spätere Terminänderungen werden separat dokumentiert und überschreiben dieses Vergleichsdatum nicht. Offene Aufträge werden separat gezeigt, damit sie nicht unbemerkt aus der Betrachtung verschwinden.

Diese Festlegung ist ein Vorschlag für das Beispiel. Für deinen Betrieb kann eine andere Definition fachlich richtiger sein. Entscheidend ist, dass sie schriftlich vereinbart und in den Daten abbildbar ist.

3. Welche Quelle trägt die Aussage?

Die Frage lautet nicht nur, ob sich eine Datei importieren lässt. Prüfe, wer die Werte erfasst, welche Felder fehlen können und wie Änderungen dokumentiert werden. Wenn das Abschlussdatum erst am Monatsende nachgetragen wird, kann ein Bericht während des Monats keinen verlässlichen aktuellen Stand daraus ableiten.

Für das Beispiel würden wir einzelne Aufträge vom Ursprung bis zur fertigen Kennzahl verfolgen. Passen die Auftragsnummern zusammen? Gibt es mehrere Einträge für denselben Auftrag? Enthält der Export bereits abgeschlossene und noch offene Fälle? Die Abstimmung mit dem Fachteam gehört zur Arbeit am Datenmodell.

Ein kleiner, verstandener Datenbestand ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Erst wenn die Zuordnung trägt, würden wir weitere Quellen ergänzen. Sonst wächst mit jeder Verbindung auch die Zahl möglicher Erklärungen für eine unerwartete Summe.

4. Wie aktuell muss der Bericht sein?

Eine wöchentliche Planung braucht einen anderen Datenstand als die laufende Disposition. «Echtzeit» würden wir nur verlangen, wenn daraus eine konkrete Handlung entsteht, die mit älteren Daten nicht möglich wäre. Häufig ist ein verlässlich aktualisierter Stand wertvoller als eine ambitionierte Aktualisierung ohne klare Zuständigkeit.

Technisch hängt die Aktualisierung von Datenquelle, Verbindung und Speichermodus ab. Für Quellen, die der Power-BI-Dienst nicht direkt erreichen kann, kann ein Gateway nötig sein. Die Dokumentation zur Datenaktualisierung beschreibt die Abhängigkeiten.

Im Bericht sollten der Datenstand und eine verständliche Meldung bei Problemen erkennbar sein. Lege fest, wer einen fehlgeschlagenen Lauf untersucht. Ein grüner Balken von letzter Woche beantwortet die heutige Frage nur dann, wenn der Betrachter dieses Datum kennt.

5. Wer trägt Definition, Zugriff und Betrieb?

Für jede wichtige Kennzahl braucht es eine fachlich verantwortliche Person. Sie entscheidet über Definition und Änderungen. Zusätzlich muss klar sein, wer Datenverbindungen, Veröffentlichung und Störungen betreut. Das können unterschiedliche Personen sein; die Übergabe zwischen ihnen muss funktionieren.

Auch Zugriffe gehören vor die Veröffentlichung. Ein Filter im Bericht ist kein vollständiges Berechtigungskonzept. Power BI bietet unter anderem Row-Level Security zur Einschränkung sichtbarer Datenzeilen. Dabei gelten Grenzen: Im Arbeitsbereich greift sie für Viewer, nicht für Admin-, Member- oder Contributor-Rollen. Microsoft erklärt Einrichtung und Rollenverhalten.

Prüfe ausserdem die Lizenzen für Erstellen, Teilen und Lesen anhand eurer vorgesehenen Nutzung. Eine vorhandene Microsoft-365-Lizenz beantwortet diese Frage nicht pauschal. Dafür ist die Power-BI-Lizenzdokumentation der richtige Ausgangspunkt.

Das Kennzahlenblatt zum Übernehmen

Du kannst die folgende Vorlage vor dem ersten Umsetzungsgespräch ausfüllen. Eine offene Antwort ist hilfreich: Sie zeigt, welche Frage zuerst geklärt werden muss.

Feld Was du einträgst
Entscheidung Welche Handlung oder Untersuchung soll die Kennzahl unterstützen?
Definition Was wird gezählt oder berechnet, und welche Fälle sind ausgeschlossen?
Quelle Aus welchem System und welchen Feldern stammen die Werte?
Datenstand Wie aktuell müssen die Werte sein, und wie erkennt man diesen Stand?
Verantwortung Wer bestätigt die fachliche Aussage und wer betreut den Betrieb?
Sichtbarkeit Welche Personen dürfen welche Daten sehen?

Anschliessend prüfst du drei konkrete Fälle: einen gewöhnlichen Fall, einen Grenzfall und einen Fall mit fehlenden Daten. Für das Terminbeispiel wären das ein pünktlicher Auftrag, ein Auftrag mit geändertem Termin und ein Auftrag ohne Abschlussdatum.

Schreibt das erwartete Ergebnis vor dem technischen Test auf. Wenn sich Fachteam und Bericht danach einig sind, habt ihr eine belastbare Grundlage für weitere Kennzahlen. Unsere Arbeit an Power BI und Datenanalyse setzt bei dieser gemeinsamen Grundlage an und verbindet sie mit einem verständlichen Bericht für euren Alltag.

Welche Entscheidung sollen eure Daten erleichtern?

Wir klären Kennzahlen, Datenquellen und Zugriffe. Daraus entsteht ein erster Bericht, den euer Team nachvollziehen und nutzen kann.